DAS ORGANIGRAMM
des ISPPM e.V.
Internationale Gesellschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM e.V.)
DER VORSTAND
Hakan Çoker
Vize-Präsident
Internationale Gesellschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM e.V.)
Erweiterter Vorstand
Der Erweiterte Vorstand ist ein satzungsgemäß berufenes Gremium, das die organisatorische Arbeit des Vorstands auf die dem Vereinsziel entsprechenden Inhalte erweitert. Seine Mitglieder werden von der Mitgliederversammlung bestätigt. Sie befassen sich im Rahmen der Vereinsziele mit gesellschaftlich relevanten Aufgaben. Mit ihren selbst gewählten Aufgabenfeldern stellen sie sich hier vor und laden ein zum Kennenlernen spezieller Thematiken.
Der Erweiterter Vorstand setzt sich zusammen aus
dem wissenschaftlichen Beirat
den Delegierten von assoziierten Vereinen und Vereinen, die bei der ISPPM Mitglied sind
den Delegierten von ISPPM-Vereinen aus anderen Ländern
der Arbeitsgemeinschaft-Pränatal fundierte Psychotherapie und Psychosomatik AG-PfPP
Kinderrechte-Delegierte
Ansprechpartnern für spezifische Fachthemen
Internationale Gesellschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM e.V.)
Wissenschaftlicher Beirat
Der wissenschaftliche Beirat unterstützt den Vorstand mit wissenschaftlichen Beiträgen, moderiert den wissenschaftlichen Exkurs der ISPPM, führt das Peer-Review-Verfahren für die Herausgabe des „European Journal of Prenatal and Perinatal Psychology and Health“ durch.
Inzwischen ist die Erforschung naturwissenschaftlicher Grundlagen der Pränatalen Psychologie ein anerkanntes eigenständiges Gebiet, das psychologische und neurophysiologische Prozesse der frühesten Lebenszeit betrachtet und beobachtbare psychologische Phänomene zu erklären versucht. Hierzu werden empirische Untersuchungsmethoden zur kontrollierten Beobachtung und für gezielte Experimente bei Mensch und Tier eingesetzt – zum Beispiel Reaktionen des ungeborenen Kindes auf äußere Reize wie Musik oder Berührung (Ultraschall, Herzfrequenz) oder die Untersuchung von Langzeiteffekten von mütterlichem Stress auf die Entwicklung des Kindes. Experimente befassen sich beispielsweise mit Wirkungen von mütterlichem Stress auf die Entwicklung des Kindes (Verhalten, Lernfähigkeit, Stressreaktionen, Hormonhaushalt, Wachstum). Bei allen Vorbehalten gegenüber kontrollierten Experimenten (insbesondere an Tieren) sind naturwissenschaftliche Grundlagen der prä- und perinatalen Psychologie und Medizin von großer Bedeutung für das Verständnis, die weitere Entwicklung und Akzeptanz unserer Arbeit.
Die Aufgabe des wissenschaftlichen Beirates liegt u.a. darin, veröffentliche Untersuchungen der Pränatalen und Perinatalen Psychologie zu bewerten und für unsere Arbeit zu nutzen.
Folgende Themen erscheinen zurzeit besonders relevant:
Entwicklung von Bewusstsein, Wahrnehmung, kognitiver Kompetenzen (Aufmerksamkeit, Denken, Lernen, Gedächtnis, Sprache), Handeln, Persönlichkeit etc.
Verhalten und Erleben des Kindes vor, während und nach der Geburt
Normale und gestörte Interaktion von Mutter und Kind vor und nach der Geburt
Soziokulturelle Unterschiede
Effekte von prä- und postnataler Stimulation (Musik, Berührung, Licht etc)
Ungünstige Umwelteinflüsse (Drogen, Rauchen, Lärm, Schadstoffe, Medikamente)
Effekte von Stress, Angst, Emotionen, negativer Einstellung der Mutter u.a.
Geburts-Stress, Geburtstraumen (Sectio, Frühgeburt, Trennung von der Mutter, Lärm, grelles Licht, medizinische und pflegerische Maßnahmen)
Internationale Gesellschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM e.V.)
Beratung und Unterstützung in Vereinsmanagement, Administration, rechtlichen Abläufen und technischer Infrastruktur
Ich berate und unterstütze den Vorstand im Vereinsmanagement sowie in organisatorischen, administrativen und technischen Belangen. Weiterhin begleite Ich bei Fragen und Herausforderungen der rechtlichen Infrastruktur des Vereins und bei der Betreuung von Webseite und Server sowie die Entwicklung und Pflege des ISPPM Journals.
ISPPM Projekt in Kooperation mit Mother-Hood
Hilfetelefon
Seit 2020 besteht das Projekt „Hilfetelefon“. Es ist eine Kooperation der ISPPM mit dem Verein Mother Hood e.V.. Das Hilfetelefon ist ein Angebot für Frauen mit Gesprächsbedarf nach schwierigen Geburten.
15 Fachberaterinnen der ISPPM (im Wechsel) bieten zweimal wöchentlich ehrenamtlich die Beratung am Hilfetelefon an.
www.hilfetelefon-schwierige-geburt.de
Wenn Sie als Beraterin beim Hilfetelefon mitwirken möchten, wenden Sie sich bitte an:
LITERATUR ZUM THEMA
Diederichs Paula, Bogensperger-Hezel Eva, Weiffen Anja (2017) Verkörperung von Weiblichkeit im Zeitraum von Mutterwerden und Muttersein. In Krüger-Kirn Helga, Schroeter Bettina (Hg) Psychosozial
Diederichs Paula, Mathea Sabrina, Weiffen Anja, (2016) Traumatisches Geburtserleben von Frauen und seine Auswirkungen auf die Mutter-Kind-Interaktion. In Harms Thomas (Hg) Körperpsychotherapie mit Säuglingen und Eltern. Psychosozial
Diederichs Paula, Olbricht Vera (2002) Unser Baby schreit so viel! Was Eltern tun können. Kösel
Internationale Gesellschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM e.V.)
Fachspezifische Arbeitsgruppen
Mitglieder im “Erweiterten Vorstand” sind für drei Jahre gewählt. Sie befassen sich im Rahmen der Vereinsziele mit gesellschaftlich relevanten Aufgaben. Mit ihren selbst gewählten Aufgabenfeldern stellen sie sich hier vor und laden ein zum Kennenlernen spezieller Thematiken. Sie finden am Ende jedes Beitrags eine Literaturauswahl.
Pränatal fundierte Psychotherapie u. Psychosomatik AG-PfPP
Die “Pränatal fundierte Psychotherapie und Psychosomatik“ basiert nicht nur auf den Beobachtungen in der psychotherapeutischen Situation, sondern ebenso auf den Ergebnissen der empirischen Wissenschaften zu den Wirkungen von vorgeburtlichem Stress, zur vorgeburtlichen Programmierung, zur frühen Hirnentwicklung, zur Geburtsdynamik, zur Epigenetik usw. Sie ist in diesem Sinne interdisziplinär begründet. Ihre Beobachtungen haben deshalb auch Auswirkungen auf die anderen Wissenschaft- und Praxisbereiche um Schwangerschaft und Geburt herum. So hat das Wissen um die psychologische Bedeutung der Bedingungen der frühen Entwicklung den Umgang insbesondere mit der Geburt und auf die Schwangerschaft erheblich beeinflusst. Insbesondere gilt das für den umfassenden Wandel im Umgang mit frühgeborenen Kindern.
Mehr lesen zu
- Rahmenvorstellungen einer „Pränatal fundierten Psychotherapie und Psychosomatik (PfPP)”
- Modell der PfPP in der Psychotherapie Erwachsener
- Modell einer PfPP in der Kinderpsychotherapie
- Modell der PfPP in der frauenärztlichen Sprechstunde
- Das Modell der PfPP in der Kunstpsychotherapie
- Das Modell der PfPP in der Körperpsychotherapie
- Das Modell der PfPP im Rahmen der Regressionspsychotherapietherapie
Kinderrechte-Vertretung in der Nationalen Koalition Deutschland der ISPPM e.V.
Die UN-Konvention über die Rechten des Kindes (KRK) ist eine völkerrechtliche Vereinbarung.
Die „Charta der Rechte des Kindes vor, während und nach der Geburt“ hingegen wurde innerhalb der Gesellschaft der ISPPM erarbeitet und 2005 verabschiedet. Der völkerrechtlichen Vereinbarung mangelt es an Deutlichkeit in Bezug auf die vorgeburtliche Lebenszeit. Darum ist die ISPPM 2014 Mitglied bei der „Nationalen Koalition Deutschland – zur Umsetzung der Kinderrechte in nationales Recht – geworden, um die Inhalte der ISPPM Charta auf die nationale und internationale Ebene der UN-Kinderrechtskommission zu tragen.
Die UN-Konvention über die „Rechte des Kindes“ bis zum vollendeten 18. Lebensjahr vom 20.11.1989 war ein historischer Schritt, weil das Kind in seinen eigenen Rechten anerkannt wurde. Das Kind wurde nicht länger nur als ein Noch-nicht-Erwachsener gesehen, sondern als ein eigenständiges menschliches Wesen und als eigenständige menschliche Person mit einem Recht auf Versorgung, Schutz, Sicherheit und Mitsprache bzw. Beteiligung. Die UN-Konvention über die „Rechte des Kindes“ garantiert Entwicklungsrechte, die dem Kind erlauben sollen, sein volles Potential zu entfalten.
1992 hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Kinderrechts-Konvention ratifiziert.
1995 gründete sich in Deutschland die Nationale Koalition (NC‑D) zu einem Netzwerk von Organisationen der Zivilgesellschaft (NGO),
2013 bildete sich die NC‑D als e.V. um die Umsetzung der UN-Konvention über die „Rechte des Kindes“ in der Öffentlichkeit zu fördern und Verantwortungsträger in Bund, Ländern und Gemeinden deutlich zu machen, welche Verpflichtungen aus der UN-Kinderrechtekonvention folgen und welche Anstrengungen in Deutschland sowie in der internationalen Zusammenarbeit unternommen werden müssen, um die Rechte des Kindes zu verwirklichen. 110 Verbände und Vereine (z.B. Deutscher Kinderschutzbund, Deutsche Liga für das Kind, Familie und Gesellschaft, Pestalozzi-Fröbel-Verband usw.) sind hier zusammengeschlossen.
Die ISPPM e.V. ist seit 2014 Mitglied in der National Koalition-Deutschlands (NC‑D).
2016 wählte die Mitgliederversammlung der ISPPM eine Delegierte mit der Aufgabe, die ISPPM Charta „der Rechte des Kindes vor während und nach der Geburt“ in der NC‑D zu vertreten, um auch in der nationalen und internationalen Öffentlichkeit auf die Bedeutung der vorgeburt- und geburtlichen Entwicklungszeit des Kindes hinzuweisen.
Das einstimmig gewählte Mandat hat seitdem Marita Klippel-Heidekrüger
Die Forschungen zur frühen Entwicklung des Kindes, wie sie besonders im
- Rahmen der International Society for Pré- and Perinatal Psychology and Medicine (ISPPM) und im Rahmen der American Association for Prenatal and Perinatal Psychology and Health (APPPAH) durchgeführt und diskutiert wurden, belegen, dass das individuelle und soziale Leben des Kindes bereits vor der Geburt beginnt. Die Zeit vor, während und nach der Geburt ist als Kontinuum zu betrachten, in dem unterschiedlichste Entwicklungs- und Lernprozesse miteinander verwoben, voneinander abhängig und aufeinander bezogen sind. Das Fundament unserer grundlegenden Gefühle von Sicherheit und Vertrauen wird in dieser Zeit gelegt. Eine Grundvoraussetzung für die gedeihliche Entwicklung ist eine wechselseitige Bezogenheit zwischen Mutter und Kind dem Vater sowie der sozialen Gemeinschaft. In verschiedenen Kulturen finden unterschiedliche Modelle gegenseitiger Beeinflussung statt. Das Kind vor der Geburt ist somit als menschliches Wesen Teil des Ganzen innerhalb der jeweiligen Kultur.
Ab der Zeugung hat ein Kind Rechte.
Die folgende Charta der „Rechte des Kindes vor, während und nach der Geburt“ versucht, diese Rechte konkret zu machen. Hierbei geht es um grundlegende emotionale, körperliche und geistige Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen als Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung des Kindes.
Selbstverständlich stehen diese Rechte auch in Beziehung zu den Rechten anderer Personen, insbesondere denen der Mutter und der Familie. Es ist nötig, einen Ausgleich zwischen ihnen zu finden mit Verständnis für die zugrundeliegenden unterschiedlichen Bedürfnisse aller, einschließlich denen der Kinder. Die ISPPM e.V. erkennt die Einzigartigkeit der Schwangerschaft und Geburt vom Beginn an. Sie spricht von einer MUTTER/KIND-Einheit und geht immer von der in der Schwangerschaft gemeinsame erlebten biographisch bedeutsamen Situation für Mutter und Kind aus.
Bevor die Rechte des prä-und perinatalen Kindes aus Sicht der ISPPM e.V. vorgestellt werden, noch ein Hinweis zum Schwangerschaftskonflikt, der im
§ 218 geregelt ist:
Die Regelungen in einzelnen Nationen sehen unterschiedlich aus und es werden immer wieder Ergänzungen und Zusätze zum bestehenden Recht erwogen.
Die deutsche Rechtsprechung regelt im § 218 spiegelt die Konfliktsituation, die zwischen dem Selbstbestimmungsrecht einer Frau und dem Recht auf Leben des Kindes auftreten kann. Juristisch geht es dabei um die Abwägung von zwei Rechtsgütern:
- Das Recht des Kindes auf Leben ist ein relatives und kein absolutes Recht.
Sein Recht auf Leben hängt von
den Umständen ab, von denen es abhängig ist und/oder sein wird.
- Das Selbstbestimmungsrecht einer schwangeren Frau ist ein Menschenrecht und in dem Konflikt dem Kindesrecht übergeordnet.
Die Entscheidung der Frau, wie sie auch ausfällt, wird staatlicherseits respektiert. Jahrhunderte lang war das anders. Frauen, wenn sie sich gegen das Kind entschieden, wurden kriminalisiert, verurteilt und sogar getötet.
Frauen haben in einem jahrzehntelangen Kampf ihr Selbstbestimmungsrecht in dieser Frage durchgesetzt.
ISPPM Charta „der Rechte des Kindes“ vor während und nach der Geburt
GreenBirth e.V.
2009 gründeten Irene Behrmann, Eva-Maria Müller-Markfort, Marita Klippel-Heidekrüger und weitere ISPPM Mitglieder den Verein GreenBirth e.V.
Ziel ist es, Schwangeren und Eltern fundierte und gezielte Informationen rund um die Geburt eines Kindes zu geben.
In Zusammenarbeit mit ExpertInnen bei der ISPPM werden Stellungnahmen zu aktuellen Themen verfasst. Dabei wird der Situation werdender Eltern besondere Beachtung geschenkt. Folgende Stellungnahmen sind bisher erarbeitet worden:
- Stellungnahme zu geplantem Bluttest in der Frühschwangerschaft (2019)
- Presseerklärung zu der am 31.12.2020 in Kraft getretenen Verordnung zum
- Ultraschall in der Schwangerschaft (2019) Presseerklärung zu Covid19
- und die Situation von Vätern im Kreißsaal (2020)
Als Delegierte von GreenBirth e.V. im erweiterten Vorstand wird das gemeinsame Ziel, die Geburtskultur in Deutschland zu humanisieren, weitergeführt. Das Miteinander zwischen ISPPM und GreenBirth dient dem Transfer, um die Arbeit von Expertinnen und Experten an die Basis (Eltern) zu tragen.
Wenn Sie bei diesem Transfer mitarbeiten möchten, sind Sie herzlich willkommen.
Die Delegierte von GreenBirth e.V. ist Elke Mrosek. Sie praktiziert heilpraktische Psychotherapie mit der Methode der Therapeutischen Regressionsarbeit (TRA).
Bindungsanalyse e.V.
2002 traf Ludwig Janus, Past Präsident der ISPPM die Gründer der Bindungsanalyse György Hidas und Jenö Raffai in Heidelberg und Budapest. Innerhalb der ISPPM bildete sich ein Arbeitsgemeinschaft Bindungsanalyse. Die ersten Weiterbildungskurse fanden ab 2004 in Heidelberg und später auch in Österreich statt.
Aus der AG entstand 2020 der gemeinnützige Verein Gesellschaft für Bindungsanalyse nach Hidas & Raffai (Vorgeburtliche Beziehungsförderung) e.V., der die Methode im gesellschaftlichen und gesundheitlichen Bewusstsein verankern möchte.
Die Weiterbildung findet inzwischen an unterschiedlichen Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Weiter Informationen unter www.bindungsanalyse.de
Heute vertritt eine Delegierte den Verein im erweiterten Vorstand der ISPPM und führt die Zusammenarbeit fort.
LITERATUR ZUM THEMA
Raffai Jenö, György Hidas Jahr:
Nabelschnur der Seele. Psychosozial
Balkenhol Christa, Karrasch Christine (Hg) Jahr:
Mit deiner Liebe wächst meine Seele. Einklang
Weitere Literatur unter Literaturhinweise auf bindungsanalyse.de und im
Int. Journal of Prenatal and Perinatal Psychology and Medicine – Bindungsanalyse
Kulturpsychologie
Die Wurzeln der Pränatalen Psychologie liegen in der Psychoanalyse, die von Anfang an auch einen kulturpsychologischen Anspruch hatte. Inzwischen ist es unter pränatalpsychologischen Fachleuten unbestritten, dass die menschliche Psyche in der Lage ist, über veränderte, regressive Bewusstseinszustände vorgeburtliche, engrammatisch gespeicherte Körpererinnerungen dem Bewusstsein über symbolische Bilder vermittelt zugänglich zu machen.
Zentrale Archetypen bzw. universale Symbole der Kosmogonien der Menschheit sind u.a. der Weltenbaum, die Schlange, die Axis Mundis (Weltenachse), der Weltenberg, die Höhle, die Heilige Quelle. Diese Symbole des Heiligen, die mit der Weltenschöpfung in Verbindung stehen, sind unschwer als Erinnerungen an vorgeburtliche Erfahrungen identifizierbar.
Die AG Kulturpsychologie in der isppm e.V. diskutiert diese Erkenntnisse und bringt sie mit Matriarchatsforschung, Psychohistorie, Konfliktforschung, Kunstgeschichte, Anthropologie u.a. Wissenschaftszweigen in Verbindung. Daraus entstanden zahlreiche Veröffentlichungen und mehrere Tagungen, die auf die Initiative von Dr. Ludwig Janus im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Psychohistorische Forschung zurückgehen.
Traumaprävention
Die Beschäftigung Traumaprävention soll dazu beigetragen, das Thema Geburtstrauma zu enttabuisieren. Aktivitäten sollen helfen, Psycho-Traumata vor/während und nach der Geburt (von Mutter/Kind/Familien) zu vermeiden.
Maßnahmen und Aktivitäten unterstützen und dienen dazu, dass Mütter/ Kinder/ Väter/ Familien nicht nur physisch sondern auch psychisch möglichst gesund durch eine Geburt gehen und aus ihr heraustreten können.
Demnächst für Österreich: Angebote rund um das Thema Geburtstrauma
Frühgeborene Kinder und ihre Eltern
Prof. Dr. Otwin Linderkamp und seine Kollegin Marina Marcovic führten in den 80-er Jahren die beziehungsgeleitete Frühgeborenen Pflege ein und praktizierten sie erfolgreich. Die „geborenen Ungeborenen“ — wie es Dipl. Psych. Sabine Schlotz sie nennt – entwickeln sich besser mit weniger Schädigungen, wenn das Zu frühgeborene Baby so oft wie möglich auf der Brust der Mutter, des Vaters usw. liegen kann und Nähe, Wärme und Liebe von der Beziehungsperson erfährt, die sie zu früh verlassen haben. Das Anliegen ist das Wissen der pränatalen Psychologie und der vorgeburtlichen Bindungsförderung (Bindungsanalyse) den Eltern, die von Frühgeburtlichkeit bedroht sind oder ein Kind zu früh geboren haben, weiterzugeben, damit diese ihr Kind vor diesem Hintergrund bestmöglich unterstützen und in seiner psychischen und körperlichen Entwicklung fördern können und die Folgen der frühen Geburt möglichst gering zu halten. Weiterbildung für Fachpersonen auf Anfrage.
Pränatalpsychologische und psychosomatische Begleitung in der Hebammenarbeit
Als langjährige Hausgeburtshebamme möchte ich meine Erfahrungen aus der außerklinischen Tätigkeit (Freiberuflichkeit) in der Betreuung der Schwangeren, der Mütter in den Stunden ihrer Niederkunft und dann im Wochenbett zusammen mit ihrem kleinen- Neugeborenen- einbringen.
Das heutige Tätigkeitsfeld der Hebammen findet vor allem in Kliniken statt. Dadurch wird vermehrt ein geburtsmedizinisches Handling gelehrt, welches in die Mutter-Kind Dyade eingreift mit gravierenden Folgen für das kleine ungeborene Kind.
Dabei findet pränatalpsychologisches und psycho-somatisches Wissen die Schwangerschaft, die Niederkunft bzw. Geburt betreffend besondere Beachtung.
Die Arbeit der Hebamme reicht bis in den Anfang der Menschheitsgeschichte zurück. Vieles in ihrem Tun ist zeitlos, weitergegeben über Generationen.
Sie war Beraterin – auch bei unerfülltem Kinderwunsch – (und stand) begleitete die Frauen in den Monaten der Schwangerschaft, und stand den Müttern in den schweren Stunden der Niederkunft mit ihrem Wissen und Können bei. Sie begleitete die Wöchnerin in (den ersten Tagen) der ersten Zeit des Wochenbettes, half ihr. bei’m Umgang mit dem Neugeborenen, und kümmerte sich um das kleine Kind, wenn es besonderer Aufmerksamkeit bedurfte. Und sie tröstete in Fällen von zu früh geborenen und verstorbenen Kindern.
Jedoch hat sich im Laufe der Zeit auch die Art und Weise des Gebärens geändert, zum Schaden der Geburtskultur. Wir müssen den Weg zurück in die Geburtshilfe finden dort, wo es keine medizinischen Hilfe braucht.
Der außerklinisch ausgeübte Hebammenberuf eignet sich ‑hier- besonders für einen Paradigmenwechsel im Umgang mit der Mutter und ihrem ungeborenen kleinen Kind. Wir haben eine einmalige Chance, den Müttern zu einem neuen Blick auf ihren Körper, ihr Seelenleben, und auf ihr kleines Kind und sein Seelenleben zu verhelfen.
Diese ganz andere Art vorgeburtlicher Kommunikation mit dem kleinen Kindchen, das sie unter ihrem Herzen tragen, empfinden die Mütter als sehr erfüllend und stärkend. Sie werden bestätigt in der Überzeugung, dieses Kind gut gebären zu können. Das kleine Kind wiederum ist sich der Unterstützung seiner Mama gewiss, und kann so den Weg in das Leben draußen mit Vertrauen auf die Hilfe der Mutter antreten.
Kooperation mit der ISPPM Schweiz
Die ISPPM Schweiz ist ein eigenständiger Verein. Eine Delegierte der AG-PPP Schweiz vertritt die Schweiz als Ländervertretung bei der ISPPM e.V..
Ihre Aufgabe ist es, die zentralen Themen und Anliegen aus der prä- und perinatalen Psychologie und Medizin untereinander zu diskutieren und auf die nationalen und lokalen gesellschaftlichen Gegebenheiten der Schweiz anzupassen und zu verbreiten.
Die ISPPM Schweiz verfolgt fünf Ziele:
1. Die einzelnen Mitglieder aus der Schweiz sollen miteinander in Verbindung gebracht werden. Es soll der Aufbau eines Netzwerkes gefördert werden bestehend aus Leuten, die vertraut sind mit den lokalen gesundheitspolitischen und gesellschaftlich-kulturellen Gegebenheiten der Schweiz.
2. Die landeseigenen Erfahrungen sollen in die ISPPM e.V. eingebracht und dort diskutiert werden. Daraus können neue Ziele entwickelt und wiederum Aktivitäten im europäischen oder landeseigenen Kontext umgesetzt werden.
3. Die Arbeitsgruppe Schweiz sucht den Austausch mit den anderen Ländergruppen innerhalb der ISPPM e.V.
4. Die Arbeitsgruppe Schweiz steht in ständigem Austausch mit der ISPPM Schweiz. Hier der Link zu deren Web-Seite: www.isppm.ch
5. Die Arbeitsgruppe Schweiz vernetzt sich mit anderen Vereinen mit prä- und perinatalem Hintergrund, wie zum Beispiel der GAIMH.
Die Ziele der ISPPM e.V., der ISPPM Schweiz und der GAIMH sind sehr ähnlich. Allen geht es um die Anliegen der Schwangeren Frauen und der Familien mit kleinen Kindern. Dass prä- und perinatale Sichtweisen dabei mitgedacht werden, ist seit den Jahrestagungen 2015 in Zürich und 2018 in Kreuzlingen auch im Fokus der GAIMH. Seit 2017 gibt es eine aktive Arbeitsgruppe für pränatale Psychologie und Medizin innerhalb der GAIMH.
Ursula Gehre-Staffiero
Gemeinschaftspraxis Gehre
Craniosacraltherapie & integrative Babytherapie
Zürichstrasse 135
CH-8910 Affoltern am Albis
Väter
Die zentralen Fragen sind:
- Vor welchen Herausforderungen stehen Väter, wenn ihre Frauen und Babys emotional belastende Geburten erlebt haben?
- Welchen Einfluss hat der Vater, um die Erfahrungen rund um die Geburt positiv zu beeinflussen?
Psychotraumata im Zusammenhang mit Geburten sind in den vergangenen Jahren verstärkt bei Fachpersonen und der breiteren Öffentlichkeit in das Bewusstsein getreten und haben in den Grundzügen eine dringend notwendige Beachtung erfahren. Der Fokus richtete sich allerdings überwiegend auf die Babys und Mütter – die Väter blieben bislang weitgehend unbeachtet.
Der Vater hat jedoch eine sehr bedeutsame Rolle, wenn Frauen und Babys emotional belastende Geburten erlebt haben: Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer der Männer, welche die Geburt des eigenen Kindes als gewaltsam und als eine existenzielle Gefahr für ihre Frau und das Baby erlebt haben, sehr groß ist. Diese Väter fühlten sich während der Geburt in der Situation hilf- und machtlos. In einigen Phasen der Menschheitsentwicklung war der Mann zuständig, die Familie in herausfordernden Situationen zu beschützen. Durch die erlebte Hilflosigkeit kommt der Mann somit in eine Situation, die sich mit seiner evolutionären und gesellschaftlichen Rolle nicht vereinbaren lässt: Er ist seiner Aufgabe, Frau und Kind zu beschützen, nicht ausreichend nachgekommen.
Dies kann zu einem Gefühl von Ohnmacht und Scham führen, manche Männer sind in der Folge nicht mehr in der Lage, über die Geburt zu sprechen und verdrängen die Erlebnisse. Die eigenen Bedürfnisse und die Bedürfnisse von Frau und Kind nach einer emotional belastenden Geburt werden nicht mehr adäquat wahrgenommen und/oder der Mann ist nicht im Stande, auf diese in einem ausreichenden Maßen einzugehen.
Es werden Ideen und Maßnahmen entwickelt, um Väter in ihrer wichtigen Rolle zu unterstützen.
Kontakt: Swen Galster swen.galster@gmail.com