HILFETELEFON SCHWIERIGE GEBURT: 0228 9295 9970

HILFETELEFON SCHWIERIGE GEBURT:
0228 9295 9970

1. Rah­men­vor­stel­lun­gen einer „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik (PfPP)

Die „Prä­na­tal fun­dier­te Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik“ hat ihre Metho­dik und Pra­xis in einer gro­ßen Zahl von Dar­stel­lun­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten zugäng­lich gemacht und ein soli­des Fun­da­ment erar­bei­tet, auf das die eta­blier­ten Psy­cho­the­ra­pie­sys­te­me zurück­grei­fen kön­nen. Hier sei­en nur bei­spiel­haft genannt: „Prä­na­ta­le Psy­cho­lo­gie und Psy­cho­the­ra­pie“, Mat­tes, Hei­del­berg 2004 mit einer Rei­he von Ori­gi­nal­ar­bei­ten und einer Lese­lis­te und weit über 100 Fall bezo­ge­nen Dar­stel­lun­gen.

Je nach den Bedin­gun­gen des jewei­li­gen psy­cho­the­ra­peu­ti­schen oder kli­ni­schen Set­tings erge­ben sich unter­schied­li­che modell­haf­te Anwen­dungs­for­men.

2. Modell der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie“ in der Psy­cho­the­ra­pie Erwach­se­ner

In Bezug auf die bestehen­de Spal­tungs­struk­tur des psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Fel­des mit einer an der post­na­ta­len Ent­wick­lung ori­en­tier­ten Psy­cho­ana­ly­se und Tie­fen­psy­cho­lo­gie  auf der einen Sei­te und den an trau­ma­ti­schen vor­ge­burt­li­chen und geburt­li­chen Belas­tun­gen ori­en­tier­ten Ansät­zen in der Huma­nis­ti­schen Psy­cho­lo­gie auf der ande­ren Sei­te hat die  “Prä­na­tal fun­dier­te Psy­cho­the­ra­pie“  den Anspruch, die­se Spal­tung zu über­win­den. Das eröff­net poten­ti­al­rei­che Res­sour­cen für die eta­blier­ten psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Sys­te­me. Für die Psy­cho­ana­ly­se und die Tie­fen­psy­cho­lo­gie ergibt sich die Anre­gung und Begrün­dung, die in ihren Theo­rien und ihrer Pra­xis bestehen­de Ver­leug­nung der lebens­ge­schicht­li­chen Bedeu­tung der vor­ge­burt­li­chen Lebens­zeit von der Geburt zu über­win­den, um die frü­he vor­sprach­li­che Lebens­wirk­lich­keit behand­lungs­prak­tisch zu inte­grie­ren. Wesent­lich ist dabei wie­der­um eine ent­schie­de­ne Erwei­te­rung der Wahr­neh­mung in Bezug auf die Abkömm­lin­ge vor­ge­burt­li­cher und geburt­li­cher Erfah­run­gen. Wei­ter wird eine Dis­kus­si­on um die Ein­be­zie­hung kör­per­psy­cho­the­ra­peu­ti­scher, regres­si­ons­psy­cho­the­ra­peu­ti­scher und ima­gi­na­ti­ver Tech­ni­ken wich­tig sein. Für die an den trau­ma­ti­schen vor­ge­burt­li­chen und geburt­li­chen Belas­tun­gen ori­en­tier­ten Ansät­zen in der Huma­nis­ti­schen Psy­cho­lo­gie ergibt sich die Anre­gung, die kom­ple­xe Indi­vi­dua­ti­ons­be­glei­tung, wie sie in der Psy­cho­ana­ly­se und Tie­fen­psy­cho­lo­gie rea­li­siert wur­de, mit dem eige­nen Ansatz kon­struk­tiv zu ver­bin­den.

Neue­re Zusam­men­fas­sen­de Dar­stel­lun­gen von Theo­rie und Pra­xis der „PfPP“ geben unter ande­rem die­se Bücher:

Levend Hel­ga, Janus Lud­wig (Hg.) (2011) Bin­dung beginnt vor der Geburt. Mat­tes, Hei­del­berg.
Janus Lud­wig (2000) Der See­len­raum des Unge­bo­re­nen. Prä­na­ta­le Psy­cho­lo­gie und The­ra­pie. Pat­mos, Ost­fil­dern.
Janus Lud­wig (Hg.) (2013) Die prä­na­ta­le Dimen­si­on in der Psy­cho­the­ra­pie. Mat­tes, Hei­del­berg.
Schind­ler Peter (Hg.) (2011)  Am Anfang des Lebens. Schwa­be, Basel.

3. Modell einer „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie“ in der Kin­der­psy­cho­the­ra­pie

In der Kin­der­psy­cho­the­ra­pie mit ihren vie­len sze­ni­schen Ele­men­ten kön­nen sich prä- und peri­na­ta­len Erfah­run­gen sehr unmit­tel­bar dar­stel­len. Es geht wesent­lich um eine Erwei­te­rung der Wahr­neh­mung der The­ra­peu­ten, um die­se Zusam­men­hän­ge auch kon­struk­tiv auf­zu­grei­fen.

Bei­spiel­haft sind hier die Bei­trä­ge von Anto­nia Stulz-Kol­ler und Bru­no Hil­kert in „Die prä­na­ta­le Dimen­si­on in der Psy­cho­the­ra­pie“, Mat­tes, Hei­del­berg 2013,  und der Bei­trag von Anto­nia Stulz-Kol­ler im „Lehr­buch der prä­na­ta­len Psy­cho­lo­gie“, auch das Fall­bei­spiel von Doret­te Kuge­le in „Das See­len­le­ben des Unge­bo­re­nen – eine Wur­zel unse­res Unbe­wuss­ten“ (Down­load von www.Ludwig-Janus.de).

Die Fort­schrit­te in der Prä­na­ta­len Psy­cho­lo­gie ermög­li­chen heu­te auch einen ver­ste­hen­den Umgang mit den Nöten und Regu­la­ti­ons­stö­run­gen von Säug­lin­gen, wie die Arbei­ten von Wil­liam Emer­son, Franz Renggli, Karl­ton Ter­ry und Rien Ver­dult zei­gen.

4. Modell der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik“ in der frau­en­ärzt­li­chen Sprech­stun­de

Rupert Lin­der und Sven Hil­de­brandt haben in ihren Arbei­ten gezeigt, dass vor­ge­burt­li­che und geburt­li­che Erfah­run­gen eine aktu­el­le Schwan­ger­schaft und Geburt in bedeut­sa­mer Wei­se beein­flus­sen und prä­gen kön­nen. Dar­um ist die Erfas­sung die­ser Zusam­men­hän­ge durch eine erwei­ter­te Wahr­neh­mung der Geburts­hel­fer und Frau­en­ärz­te eine dring­li­che For­de­rung der Pra­xis. Die exis­ten­ti­el­le Situa­ti­on der Schwan­ger­schaft und der Geburt kon­stel­liert Mög­lich­kei­ten inten­si­ver und wirk­sa­mer psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Inter­ven­tio­nen.
Zu emp­feh­len sind hier die Bei­trä­ge von

Rupert Lin­der in „Die prä­na­ta­le Dimen­si­on in der Psy­cho­the­ra­pie“
Rupert Lin­der u. Sven Hil­de­brand in“ Die prä­na­ta­le Dimen­si­on in der psy­cho­so­ma­ti­schen Medi­zin“ und im 
Ewerts, Klaus u.a. „Lehr­buch der Prä­na­ta­len Psy­cho­lo­gie“ Mat­tes Ver­lag Hei­del­berg

 

5. Das Modell der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik“ in der Kunst­psy­cho­the­ra­pie

Wegen der metho­di­schen Eigen­stän­dig­keit ist es sinn­voll die Kunst­psy­cho­the­ra­pie als ein beson­de­res Modell der Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie her­vor­zu­he­ben.  Die Ebe­ne des bild­ne­ri­schen Gestal­tens gibt eine beson­de­re Mög­lich­keit vor­sprach­li­che Erfah­rungs­in­hal­te zu reprä­sen­tie­ren und der Refle­xi­on zugäng­lich zu machen, wie die Arbei­ten von Klaus Ever­tz bei­spiel­haft zei­gen, sie­he etwa sein Bei­trag in „See­li­sches Erle­ben vor und wäh­rend der Geburt“ von Sig­run Hai­bach und Lud­wig Janus her­aus­ge­ge­ben, Lin­gu­a­Med, Neu-Isen­burg 1997, und sei­ne mit Lud­wig Janus  her­aus­ge­ge­be­nen Bücher „Kunst­ana­ly­se“ und „Kunst als kul­tu­rel­les Bewusst­sein vor­ge­burt­li­cher und geburt­li­cher Erfah­run­gen“, bei­de bei Mat­tes, Hei­del­berg.

6. Das Modell der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik“ in der Kör­per­psy­cho­the­ra­pie

Beson­ders im Kör­per­er­le­ben kön­nen sich frü­he vor­sprach­li­che Erfah­run­gen aus der Zeit vor und wäh­rend der Geburt wider­spie­geln und dort dem Erle­ben zugäng­lich gemacht wer­den, wenn der The­ra­peut über ent­spre­chen­de Erfah­rung ver­fügt. Einen Über­blick gibt hier der Bei­trag von Bet­ti­na und Hei­ner Alber­ti im „Lehr­buch der Prä­na­ta­len Psy­cho­lo­gie“, Mat­tes, Hei­del­berg 2014.

7. Das Modell der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik“ im Rah­men der Regres­si­ons­psy­cho­the­ra­pie­t­he­ra­pien

Dem Ver­fah­ren der Regres­si­ons­the­ra­pie kommt im Rah­men der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie“ eine beson­de­re Bedeu­tung zu, weil hier­mit in beson­ders ein­drück­li­cher Wei­se kli­ni­sche Beob­ach­tun­gen zur Prä­senz frü­her Erfah­run­gen im gegen­wär­ti­gen Erle­ben und Ver­hal­ten mög­lich waren, wie etwa bei­spiel­haft die Bücher von Arthur Janov wie „Frü­he Prä­gun­gen“, Fischer, Frank­furt 1984, und Wolf­gang Holl­weg „Von der Wahr­heit, die frei macht“, Mat­tes, Hei­del­berg 1995, gezeigt haben, sie­he auch die Bei­trä­ge von Mari­ta Klip­pel-Hei­de­krü­ger,  Wil­liam Emer­son und Peter Schind­ler in „Die prä­na­ta­le Dimen­si­on in der Psy­cho­the­ra­pie“, Mat­tes, Hei­del­berg 2013.

Mari­ta Klip­pel-Hei­de­krü­ger/Lud­wig Janus „Viel­fäl­ti­ge Zugän­ge zum Vor­sprach­li­chen Erle­ben“ Mat­tes, Hei­del­berg 2022

Resü­mee

Die  “Prä­na­tal fun­dier­te Psy­cho­the­ra­pie“ basiert nicht nur auf den Beob­ach­tun­gen in der psy­cho­the­ra­peu­ti­schen Situa­ti­on, son­dern eben­so auf den Ergeb­nis­sen der empi­ri­schen Wis­sen­schaf­ten zu den Wir­kun­gen von vor­ge­burt­li­chem Stress, zur vor­ge­burt­li­chen Pro­gram­mie­rung, zur frü­hen Hirn­ent­wick­lung, zur Geburts­dy­na­mik, zur Epi­ge­ne­tik usw. Sie ist in die­sem Sin­ne inter­dis­zi­pli­när begrün­det. Ihre Beob­ach­tun­gen haben des­halb auch Aus­wir­kun­gen auf die ande­ren Wis­sen­schaft- und Pra­xis­be­rei­che um Schwan­ger­schaft und Geburt her­um. So hat das Wis­sen um die psy­cho­lo­gi­sche Bedeu­tung der Bedin­gun­gen der frü­hen Ent­wick­lung den Umgang ins­be­son­de­re mit der Geburt und auf der Schwan­ger­schaft erheb­lich beein­flusst. Ins­be­son­de­re gilt das für den umfas­sen­den Wan­del im Umgang mit früh­ge­bo­re­nen Kin­dern, sie­he das ent­spre­chen­de Kapi­tel von Otwin Lin­der­kamp im „Lehr­buch der Prä­na­ta­len Psy­cho­lo­gie“, Mat­tes, Hei­del­berg 2014.

Der „Prä­na­tal fun­dier­ten Psy­cho­the­ra­pie und Psy­cho­so­ma­tik“ kommt für die Erfas­sung der see­li­schen und lebens­ge­schicht­li­chen Aus­wir­kun­gen der geburts­hilf­li­chen Ein­grif­fe eine gro­ße Bedeu­tung und Ver­ant­wor­tung zu, da sie bis­her als ein­zi­ge über kom­pe­ten­te und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Beob­ach­tun­gen und Aus­sa­gen ver­fügt, sie­he die Arbei­ten zu die­sem The­ma von Wil­liam Emer­son und Peter Schind­ler in “Die prä­na­ta­le Dimen­si­on in der Psy­cho­the­ra­pie“.

Scroll to Top