Oxytocin
TAgUNG 2026
38. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für prä- und perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM)
Weitere Informationen folgen.
Deutschsprachige Präsenzveranstaltung in Stolpen
Willkommen zu unserer Jahrestagung 2026
Bindungshormon Oxytozin
Zwischen Chance zur Bindungsförderung und Missbrauch als Geburtsintervention
Oxytozin ist ein Schlüsselhormon unseres neurotropen Systems, das ganz wesentlich in zentrale Bereiche unserer sozialen Kompetenz, unserer Bindungs- und Liebesfähigkeit, der Sexualität, der Schmerzregulation und anderer wichtiger Funktionen unseres Körpers regulierend und harmonisierend eingreift. Oxytozin ist ein Botenstoff der Liebe, des Glücks, der Bindung, der Nähe und des Friedens. Es gibt viele Gründe, dieses Hormon zu schützen.
Oxytozin ist aber auch ein wichtiges Hormon bei der Regulation der Geburt. Es sorgt in der Austrittsperiode für einen straffen Muskeltonus der Gebärmutterwand, an dem sich das Kind herausbewegen kann. Es nimmt der Gebärenden den Geburtsschmerz und macht das eigentlich Unerträgliche erträglich. Es sorgt nach der Geburt für die Kontraktion der Gebärmutter und verhindert damit Nachblutungen. Es festigt die Bindung zwischen Mutter und Kind und ermöglicht das Stillen.
Leider wurden und werden die kontraktionsfördernden Eigenschaften des Oxytozins auch als Geburtsintervention missbraucht, um Wehen auszulösen und den Geburtsprozess zu beschleunigen. Dabei wurden die hochempfindlichen Mechanismen der Oxytozinausschüttung und die Gefahr einer Herunterregelung des Rezeptorsystems bei Mutter und Kind trotz seit Jahrzehnten vorhandener Datenlage unterschätzt – mit schwerwiegenden Folgen für Bindung und Stillen.
Die 38.Jahrestagung der ISPPM richtet sich an alle in der Psycho- und Körpertherapie, der Bindungsförderung und in der Geburtshilfe tätigen Berufsgruppen. Sie widmet sich ganz den vielfältigen Aspekten der Nutzung als bindungsförderndes Hormon und des Missbrauchs einer wichtigen Ressource unserer körperlichen, psychosozialen und sexuellen Gesundheit.
Das Tagungskonzept weicht bewusst von der klassischen Form der „Vortrags-Tagung“ ab und eröffnet neue didaktische Wege der Wissensvermittlung, der Selbsterfahrung und des interdisziplinären Austauschs. Dabei wechseln sich von Expertinnen und Experten geleitete und offen gestaltete Impulsreferate und Diskussionsrunden – in der Tradition der bereits in der antiken Wissenschaft verbreiteten „Symposien“ – mit vertiefenden erlebnispädagogischen Elementen ab. Mit dieser ungewohnten Form einer wissenschaftlichen Fachtagung erhoffen wir uns einen der Bedeutung des Themas gerecht werdenden Erkenntnis- und Erfahrungsgewinn für alle interessierten Berufsgruppen.
Freitag, 30.10.2026
Programm: Tag 1
Treffen der Arbeitsgemeinschaft Pränatal fundierte Psychotherapie und Psychosomatik AG-PfPP
Die Vorbereitungsgruppe der Arbeitsgemeinschaft lädt ihre Mitglieder zum kollegialen Austausch nach Stolpen ein. Prä- und perinatal fundierte Psychotherapeuten, Psychotherapeutinnen, Psychosomatiker und Psychosomatikerinnen sind als Gäste gerne willkommen. Nach langer Zeit des Online-Austausches wollen wir im präsenten Miteinander einen Raum zur gemeinsamen Einstimmung auf das Tagungsthema “Bindungshormon Oxytozin” eröffnen. Hierbei werden der psychosomatische und der psychotherapeutische Aspekt im Mittelpunkt stehen. Vor allem wollen wir uns den prä‑, peri- und postnatalen Störungen der Interaktion und Regulation zwischen Mutter und Kind zuwenden. Deren Folgen für das spätere Leben begegnen uns regelmäßig in den therapeutischen Prozessen. Bindung beginnt bereits im Mutterleib.
Es ist uns ein Anliegen, unsere Treffen – unserer Arbeitsweise entsprechend – ganzheitlich, mit Geist, Herz und Bauch zu gestalten. In diese offene Struktur können wir – je nach Bedarf – eigene Impulse einbringen, wie zum Beispiel sich im Körper zu spüren, Resonanzbildern Ausdruck verleihen und auf Papier mit Stiften spontan zu zeichnen.
Vorbereitungsgruppe:
- Antonia Stulz
- Helga Fink
- Marita Klippel-Heidekrüger
- Regina Liedtke
- Verena Lauffer
- Viola Spatzier
- Anja Engelsing
Kola Brönner, Präsidentin der ISPPM
Sven Hildebrandt, Tagungspräsident
Eröffnung der Tagung
Mike Hirdina, Bürgermeister der Stadt Stolpen
Grußwort
Sven Hildebrandt, Fulda, Deutschland
Einführungsvortrag:
- Bindungshormon Oxytozin
- Zwischen Chance zur Bindungsförderung
- und Missbrauch als Geburtsintervention
Oxytozinausschüttung 1
Samstag, 31.10.2026
Programm: Tag 2
mit Sven Hildebrandt und Christiane Schwarz
Einstimmung
Oxytozin als Schlüsselhormon für Bindung und soziale Kompetenz
Physiologie und Pathophysiologie Oxytozinausschüttung
Im ersten Symposium der Tagung diskutieren zwei in der Geburtshilfe tätige Hochschullehrer – eine Hebamme und ein Geburtshelfer — über grundlegende Aspekte der Physiologie und Pathophysiologie der neurotropen Hormone und eines ihrer wichtigsten Vertreters Oxytozin. Sie erklären die Besonderheiten gegenüber anderen Hormonen insbesondere hinsichtlich der Bereitstellung, Ausschüttung, der biologischen Wirkung und der Interaktion mit anderen Organsystemen. Daraus leiten sie deren herausragende Bedeutung für die seelische und körperliche Gesundheit eines Menschen ab. Zugleich begründen sie die besondere Störanfälligkeit des Rezeptorsystems insbesondere gegenüber einer Überstimulation und erläutern die Chancen, aber auch die Gefahren einer therapeutischen Nutzung des Oxytozins.
mit Sven Hildebrandt, Esther Göbel und Christiane Schwarz
Anwendung von synthetischem Oxytozin bei der Geburt – eine Bestandsaufnahme
Folgen der Downregulation der mütterlichen Oxytozinrezeptoren: Atonie, Stillprobleme, Bindungsstörungen, Wochenbettdepression
Primäre und sekundäre Wehenschwäche – Alternativen zur Anwendung von synthetischem Oxytozin
Der Kreis der Disputanten wird um eine weitere erfahrene Hebamme bereichert. Im zweiten Symposium geht es um die Anwendung von synthetischem Oxytozin im Rahmen der Geburtsbegleitung. Dabei wird sich das Gespräch um ein weit verbreitetes Missverständnis drehen, dass man mit der Verabreichung von künstlichem Oxytozin die Geburt beschleunigen könne. Unstrittig ist dabei der große Wert des Oxytozins bei der Prophylaxe und Therapie von Blutungen nach der Geburt. Ganz anders verhält es sich mit der Anwendung im Rahmen der Wehenstimulation. Hier sind die Nachteile eindeutig größer als die Vorteile – was aber im geburtshilflichen Alltag keine Beachtung findet. Der Kritik an der heutigen Praxis werden im Rahmen des Symposiums Alternativen gegenübergestellt. Der Umgang mit einer Wehenschwäche gehört zu den großen Herausforderungrungen, aber auch zu den besonderen Chancen der Hebammenkunst.
mit Sven Hildebrandt, Nese Karabir und Hakan Coker
Auswirkungen auf das Bindungsverhalten von Neugeborenen
Frühe Bindungsförderung im geburtshilflichen Setting
Bei der Anwendung von künstlichem Oxytozin zur Wehenstimulation werden so hohe Dosen verabreicht, dass es zu einem relevanten Übergang auf das Kind kommt. In der Folge wird das Rezeptorsystem des Kindes in ähnlicher Weise blockiert wie bei der Mutter, was gravierende Folgen für das Bindungsverhalten und für das Stillen hat. Die wissenschaftliche Datenlage zu dieser Frage ist inzwischen so groß, dass dieses Problem nicht mehr ignoriert werden darf. Im Nachmittagssymposium diskutieren Expertinnen und Experten, die sich mit Bindungsstörungen bei Neugeborenen im Rahmen der Geburtstraumatologie beschäftigt haben.
mit den Diskutanten des ersten Tages
gemeinsames Abendessen
Oxytozinausschüttung 4: Tango
Sonntag, 1.11.2026
Programm: Tag 3
mit Sven Hildebrandt, Kola Brönner, Katalin Varga, Gisela Albrecht und Ludwig Janus
Einstimmung
Konsequenzen der Tagung aus psychotherapeutischer Sicht
Bindungsförderung nach Oxytozinanwendung während der Geburt
Möglichkeiten der Aktivierung des Oxytozin-Systems im therapeutischen Setting
Das Morgen Symposium widmet sich ganz den Konsequenzen der Überlegungen des Vortages für die Arbeit in der psychotherapeutischen Praxis und in anderen therapeutischen Fachgebieten. Viel zu wenig wurde bisher bei der Behandlung von Verhaltens- und Bindungsstörungen auf so frühe Wurzeln möglicher Irritationen geachtet. Die Diskussionsrunde erörtert Möglichkeiten, wie auf durch eine Oxytozinanwendung bei der Geburt ausgelöste Störungen therapeutisch eingegangen werden kann.
Abschluss der Tagung
Workshops
Im Rahmen der Tagung (Inklusive)
„Liebe allein genügt (manchmal) nicht“ Frühe Bindungsförderung am Beispiel des Hebammenhandwerks
Erfahren Sie mehr über die Referentinnen und Referenten bei der diesjährigen Jahrestagung
Referentinnen & Referenten
Dipl.-Soz. und HP (Psych.)
Kola Brönner
Präsidentin der ISPPM, Praxis für körperorientierte Psychotherapie, Traumatherapie und Systemaufstellung im Integrativen Gesundheitszentrum Aachen (IGZ).
Prof. Dr. med.
Sven Hildebrandt
Tagungspräsident, Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Hochschule Fulda — University of Applied Sciences, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Dipl.-Med.
Gisela Albrecht
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Zusatzbezeichnung Homöopathie, Bindungsanalytikerin
Dr.
Hakan Çoker
Frauenarzt und Geburtshelfer, Istanbul Geburtsakademie
Éva Dániel
Psychologin, transpersonale Therapeutin
Ulrike Fichte
M. Sc. Hebamme, M. Sc. Healthcare Management Vorsitzende des Deutschen Fachverbandes des Hebammenhandwerks e.V. (DFH) und Dozentin für Hebammenhandwerk im THK®-Curriculum
Esther Göbel
Hebamme, Mitbegründerin der Hebammenpraxis Bühlau, Autorin mehrerer geburtshilflicher Artikel und Publikationen, widmet sich seit 15 Jahren dem „Rebirthing“
Dr.
Ludwig Janus
Psychoanalytischer Psychotherapeut, Past-Präsident der ISPPM, Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychohistorische Forschung. (www.psychohistorie.de). Mitglied psychoanalytischer (DPG, DGPT) und anderer Fachgesellschaften.
Neşe Karabekir
Psychodrama-Therapeutin und Ausbilderin, Geburtspsychotherapeutin
Katalin Orosz
Klinische Psychologin, transpersonale Therapeutin, fachliche Leitung des Kheiron-Zentrums, Vorsitzende des Kuratoriums der Perinatus-Stiftung
Prof. Dr.
Christiane Schwarz
Hebamme und Medizinwissenschaftlerin, Professorin an der Universität zu Lübeck im Ruhestand
Prof.in Dr. sc.
Katalin Varga
Psychologin, Hypnotherapeutin, Doktorin der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Leitung des Lehrstuhls für Affektive Psychologie an der Fakultät für Pädagogik und Psychologie der ELTE. Ständiges Mitglied der Doktorandenschule für Psychologie der ELTE
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Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an dieser besonderen Tagung im Hotel Goldner Löwe in Stolpen bei Dresden.
Anmeldung TAgung 2026
Wir laden herzlich ein zur Mitgliederversammlung und Jahrestagung vom 30. Oktober bis 01. November 2026 in der Hotel Goldner Löwe in Stolpen bei Dresden.
- Das Ticket ist nicht übertragbar und nur für die gebuchte Person gültig.
- Eine Stornierung oder Rückerstattung ist nur gemäß unseren freiwilligen Stornobedingungen möglich.
- bis 30 Tage vor der Tagung: 100 % Rückerstattung (abzgl. Bearbeitungsgebühr von 15 €).
- 15–29 Tage vor der Tagung: 50% Rückerstattung (abzgl. Bearbeitungsgebühr von 15 €).
- weniger als 14 Tage vor der Tagung: Keine Rückerstattung, außer bei nachgewiesenen triftigen Gründen (z. B. Krankheit, höhere Gewalt). Diese müssen durch offizielle Dokumente (z. B. ärztliches Attest) innerhalb von 7 Tagen nach Stornierung nachgewiesen werden. Bei Anerkennung des Grundes wird das Ticket erstattet (abzgl. Bearbeitungsgebühr von 15 €) Ohne Nachweis keine Rückerstattung.
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Montag: 9–10 Uhr Donnerstag: 17–18 Uhr
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