Rundbrief
Mai Fortsetzung vom April Rundbrief
Liebe Mitglieder, Freunde und Interessierte,
gerade gibt es viele Ereignisse kurz hintereinander: wir kommen gerade ganz frisch von der Sitzung des erweiterten Vorstandes vom 25./26. April in Aachen.
Und endlich ist jetzt offiziell - nach Monaten des Wartens auf die erforderlichen offiziellen Nummern, wie ISSN - das
1. European ISPPM Online Journal of Pre- and Perinatal Psychology and Health
erschienen (siehe hier)! Zum ersten Todestag von Prof. Dr. Otwin Linderkamp wird sein letztes Projekt real! Wir danken dem wissenschaftlichen Beirat und Swen Galster, dass Sie dies möglich machen!
Bericht der erweiterten Vorstandssitzung
Alle Anwesenden, auch die über Zoom Anwesenden, arbeiteten intensiv an den Themen und Projekten der ISPPM.
Nach den Berichten von den Vertretern und Delegierten des erweiterten Vorstandes, der wie in der Mitgliederversammlung abgestimmt wurde, neu geordnet und strukturiert ist, berichtete der Vorstand über seine Aktivitäten. Dies sind die Vor- und Nachbereitungen der ISPPM Tagungen: Am 1. Februar fand die internationale online Tagung statt und am 30. Oktober startet die Jahrestagung in Stolpen unter dem Thema "Oxytocin - zwischen Chance zur Bindungsförderung und Missbrauch als Geburtsintervention". Sie wird federführend von Prof. Dr. Sven Hildebrandt in Zusammenarbeit mit dem Vorstand organisiert. Das Thema für die Jahrestagung 23. - 24.10.2027 in Schlangenbad wurde festgelegt und am 22. - 23.09.2028 feiert die ISPPM Schweiz ihr 25- jähriges Bestehen mit einer Jubiläumstagung, unterstützt von der ISPPM international. Notieren Sie sich diese Daten, damit Sie dabei sein können! Über weitere Projekte, die geplant werden, informieren wir Sie, wenn es konkret wird. Gerne können Sie bei uns nachfragen.
Die ISPPM veranstaltet dieses Jahr - wie auch schon in den vergangenen Jahren - ein Symposium am 20. Mai zu dem Thema "Oxytocin" - Neurobiologie von Geburt und Beziehung im Spannungsfeld zwischen psychotherapeutischer Chance und Missbrauch als Geburtsintervention an. Siehe Netzwerktreffen.
ENCA — Jahrestreffen der Geburtsbegleiterinnen
Hier ein persönlicher Eindruck von unserem Vorstandsmitglied Martina Takacs, die im April zum ersten Mal dabei gewesen ist:
“Es war ein Privileg, am diesjährigen ENCA-Jahrestreffen in Warschau teilnehmen zu dürfen — eine Begegnung, die mir einmal mehr vor Augen geführt hat, welche Kraft ein Netzwerk entfalten kann, das auf gemeinsamen Werten statt auf nationalen Grenzen aufgebaut ist.
Der Raum war erfüllt von bemerkenswerten Frauen: Hebammen, Geburtspädagoginnen und Aktivistinnen, die seit Jahrzehnten still — manchmal auch laut — beharrlich ein gesamteuropäisches Unterstützungsnetzwerk für Gebärende und ihre Familien geknüpft haben. Seit fast 30 Jahren arbeiten die Mitgliedsorganisationen von ENCA innerhalb komplexer und oft herausfordernder gesellschaftlicher und politischer Systeme — sie informieren, stärken und begleiten Frauen in einem der verletzlichsten Momente ihres Lebens.
„Respektvolle Geburt sollte keine Forderung sein, um die Frauen kämpfen müssen — sie sollte selbstverständlich sein.”
Was mich am meisten beeindruckt hat, war die Tiefe des kollektiven Wissens in diesem Raum. Gemeinsam pflegen diese Organisationen ein lebendiges Archiv der europäischen Geburtsgeschichte über drei Jahrzehnte hinweg. Sie bieten uns eine einzigartige Perspektive, um zu verstehen, wie Politik, Wirtschaft, Kultur, gesellschaftliche Normen und individuelle Rechte die Art und Weise prägen, wie wir gebären — und wie viel noch getan werden muss.
ENCA verdient es, gewürdigt und bekannt zu sein— nicht nur für das, was sie bewahrt haben, sondern für das, was sie weiter aufbauen: eine grenzüberschreitende Gemeinschaft aus Wissen, Solidarität und Engagement, die auf eine Zukunft hinarbeitet, in der respektvolle Geburt als grundlegendes Recht jedes Menschen anerkannt wird!”
Während des Treffens werden die Berichte der Länderorganisationen vorgestellt, dieses Jahr besuchten wir ein Hebammenmuseum, was uns sehr beeindruckte und das Krankenhaus mit der größten Geburtenzahl in Polen zu Zeit. Der Chefarzt hat vor über 30 Jahren ein familienfreundliches und für Gebärende selbstbestimmte Rahmenbedingungen geschaffen und ein Geburtshaus in dieser Klinik eingerichtet. Es war sehr berührend, was dieser Mann ermöglicht, Vieles ist in den meisten Kliniken nicht erlaubt.
IWRC — Get loud and birth proud!
ENCA: Internationale Woche für den respektvollen Umgang mit der Geburt (IWRC)
Gemeinsam jeweils im eigenen Land organisieren die Geburtsvereine in der 3. Maiwoche die “internationale Woche der respektvollen Geburt”. Dieses Jahr mit dem Motto: “Get loud and birth proud!”.
Diese Woche bietet die Gelegenheit, international auf das Thema im Zusammenhang mit der Förderung einer respektvollen Geburt aufmerksam zu machen. Die IWRC findet jedes Jahr im Mai statt. Je nach Thema werden auf Ziele in Form von Aktionen in der Öffentlichkeit hingewiesen. Einzelpersonen oder Gruppen können dann konkrete Schritte ausarbeiten und dabei auf das Banner und Logo zurückgreifen, die gemeinsam erstellt und auf der Website zur Verfügung gestellt wurden: Plakate, Broschüren, Faltblätter usw. Je nach Zeit und Engagement der Personen oder Gruppen können zahlreiche Veranstaltungen in mehr oder weniger großem Umfang organisiert werden: Ausstellungen, Treffen, Konferenzen.
Die IWRC wurde 2004 von der Alliance française pour l’accouchement respecté (AFAR) ins Leben gerufen, einem französischen gemeinnützigen Verein, der völlig unabhängig von philosophischen, medizinischen, religiösen und politischen Denkweisen ist. Seit 2011 wurde die Koordination an das European Network of Childbirth Associations (ENCA) übergeben.
Vorschau auf Netzwerktreffen
Es gibt eine Neuerung bei der Anmeldung zu den Netzwerktreffen:
Nicht-Mitglieder zahlen ab heute 12 € (lt. Beschluss in der Jahreshauptveranstaltung 2025). Außerdem muss nun bei der Anmeldung der Name angegeben werden, den Sie in Zoom hinterlegt haben. Nur dann erhalten Sie Zugang zum meeting! Dies ermöglicht uns, zu kontrollieren, ob alle Anwesenden angemeldet sind /gezahlt haben.
Für alle, die nicht dabei sein konnten — die Aufnahme des Netzwerktreffens mit Matthew Appleton zum Thema “Jedes Baby hat eine Geschichte zu erzählen. Eine Einführung in die integrative Babytherapie“ ist jetzt in englischer Sprache verfügbar: https://youtu.be/3b71SALfiUU
17.05.26: Das angekündigte Netzwerktreffen zum Hilfetelefon ist verschoben worden. Der neue Termin wird rechtzeitig angekündigt.
Im Rahmen der internationalen Woche zur Respektvollen Geburt dieses Jahr mit dem Slogan “Get loud, birth proud” findet das Symposium über Oxytozin statt:
20.05.26, 18.30h CET
Symposium zu dem Thema “Bindungshormon Oxytozin” — Neurobiologie von Geburt und Beziehung im Spannungsfeld zwischen psychotherapeutischer Chance und Missbrauch als Geburtsintervention mit Prof. Dr. Sven Hildebrandt, Esther Göbel, Dr. med. Ludwig Janus, Maya Kerpenisan, Marita Klippel-Heidekrüger und Anabel Galster
Deutsch, Übersetzung in alle Sprachen möglich. Anmeldelink siehe hier
04. 06.26, 19 h CET
Franz Renggli: ‘Unsere frühesten Verletzungen’
Erinnern an die früheste Lebenszeit, an die Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und Baby Zeit, können wir uns nicht. Die Spuren dieser Erfahrungen, diese frühesten Prägungen jedoch sind in unserem Körper vorhanden, unser Körperbewusstsein vergisst nichts.
Aber gerade in dieser Tiefe, dort wo die frühesten Verletzungen und Traumatisierungen gesetzt worden sind, liegen unsere größten Schätze verborgen: Unsere Kreativität und unsere Intuition. Es ist der Ursprung unserer gesamten Gefühlswelt, das Zentrum unserer Fähigkeit zur Liebe und zu Bindung. Es ist auch die Quelle all unserer Sucht und Destruktivität.
Wie beeinflussen und beeinträchtigen frühkindliche, emotionale Verletzungen unsere Paarbeziehung und unseren Umgang mit eigenen Kindern–wie ist es möglich, aus Negativspiralen auszusteigen und befriedigende Beziehungen zu Partner/Partnerin bzw. Kindern zu erreichen?
Franz Renggli arbeitet mit Babys und Kindern und deren Familien, aber auch mit Erwachsenen, welche ihre frühesten Verletzungen ausheilen lassen möchten. Anmeldelink folgt
09.07.26, 19.30 h CET
L. Janus, U. Auhagen-Stephanos, W. Emerson: „Pränatalpsychologische Aspekte der künstlichen Befruchtung“ - weitere Infos folgen
02.07.26, 19 h CET
Prof. Dr. Sven Hildebrandt: „Betreuung im Geburtszeitraum“ — Herausforderung von Geduld und Kompetenz. Weitere Informationen folgen
16.07.26 19 h CET
Regina Bücher: “Die ersten Tage eines Embryo und der “Somatic Blueprint”,
Die ersten Tage eines Embryo prägen die gesamte weitere Entwicklung. In unserem Zellgedächtnis ist alles gespeichert. Die Prägung ist wie ein Schleier, durch den wir uns, unser Leben und die Welt wahrnehmen.
Doch unter diesem „Schleier“, noch tiefer im Körpergedächtnis als die Prägung, ist unser gesundes Urmuster, der Somatic Blueprint. Im Inneren haben wir ein tiefes Wissen unserer Gesundheit.
Bei diesem Netzwerktreffen geht es um den Zusammenhang zwischen Prägung und Gesundheit, beginnend in den ersten Tagen eines Embryo.
Gleichzeitig handelt es sich hierbei um einen kleinen Einblick in das Fundament der „Integration prä- und perinataler Erfahrungen“ in der Tradition Ray Castellino´s.
19.06. — 21.06.26: 9. internationale Bindungsanalyse Tagung
“Von Anfang an verbunden — die Kraft der vorgeburtlichen Beziehung” heißt der Titel dieser Tagung.
Diese Bindungsanalyse-Tagung ist um alles zentriert, was dem Kind innen seit und mit der Verbindung von Samen und Ei widerfuhr. Die Entscheidung von György Hidas, dem Begründer der Bindungsanalyse neben Jenö Raffai, die Bindungsanalyse als präventive Methode sei eine „kopernikanische Wende“, ist nach wie vor stimmig.
Freuen Sie sich auf interessante Referenten, wie Rien Verdult, Ute Auhagen-Stephanos, Klaus Käppeli, Helga Blazy und Viele mehr…
Netzwerk Kinderrechte — Kinder und Jugendliche als Betroffene von Menschenhandel
Online-Veranstaltung am 28. Mai von 10:00 bis 11:30 Uhr
Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von Menschenhandel und Ausbeutung betroffen – weitaus mehr, als offizielle Zahlen zeigen. Sie werden zu sexuellen Handlungen, Arbeit, Bettelei oder kriminellen Aktivitäten gezwungen. Viele werden nie als Betroffene erkannt, manche sogar fälschlicherweise als straffällig eingestuft, statt geschützt zu werden.
Das Deutsche Institut für Menschenrechte und das Netzwerk Kinderrechte laden Sie herzlich ein, am 28. Mai von 10:00 bis 11:30 Uhr (Zoom) gemeinsam zu diskutieren, was sich ändern muss. Zwei Mal im Jahr kommen wir im Rahmen einer Follow-Up Veranstaltung zusammen, um die Umsetzung der Empfehlungen des UN-Kinderrechteausschusses an Deutschland zu diskutieren — mit Mitgliedern der National Coalition Deutschland (NC), der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik. Dieses Mal legen wir den Fokus auf Kinder und Jugendliche, die von Ausbeutung und Menschenhandel betroffen sind und fragen: Welche Empfehlungen wurden bereits umgesetzt? Wo besteht dringender Handlungsbedarf? Und welche Maßnahmen muss die Bundesregierung bis zur nächsten Staatenüberprüfung noch angehen?
Kosten für ca. 700 000 Geburten in Deutschland senken
Eva-Maria Müller-Markfort und Irene Behrmann haben an die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, Frau Machalet, einen Brief versendet, wo sie darstellen, wie man die Krankenkassenkosten für Geburten senken kann. So regen sie z.B. an, in jedem Landkreis ein Geburtshaus zu bauen. Lesen Sie hier mehr
27.–28.06.26 Psychohistorientagung online
“Kriege verstehen — und was man gegen sie tun kann”
Steht der „Albtraum der Geschichte“ mit der ungeheuerlichen Gewalt in den gesellschaftlichen Strukturen und der Aufeinanderfolge von Kriegen in einer Wechselwirkung mit den ebenso ungeheuerlichen Gewaltaspekten in den Eltern-Kind-Beziehungen im Verlaufe der Geschichte, also dem „Albtraum der Geschichte der Kindheit“, wie er im Rahmen der Psychohistorie in den letzten Jahrzehnten erforscht worden ist?
Die Antwort der Psychohistorie, der Erforschung der psychologischen Aspekte im geschichtlichen Geschehen, ist ein eindeutiges „Ja“, wie es in dem Buch „Das emotionale Leben der Nationen“ von dem Begründer der modernen Psychohistorie Lloyd deMause und ebenso in den Tagungsbänden der „Gesellschaft für Psychohistorie und politische Psychologie“ in Deutschland zusammenfassend dargestellt wurde, (www.psychohistorie.de, www.mattes.de). Sie können hier weiterlesen.
Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg: kostenfreie online Fachimpulse
Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg hat sich mit einer Anfrage des Forschungsinstituts und Studiengangs Early Life Care an uns gewandt:
In regelmäßigen Abständen werden einstündige Online-Fachimpulse für Fachkräfte organisiert. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern und auch aktuelle Ergebnisse aus der Forschung in die Praxis weiterzuleiten. Forschungsinstitut arbeitet hier eng u.a. mit dem Salzburger Uniklinikum zusammen.
In Kürze wird Dr.in Antonia Dinzinger, Psychologin und Bindungsforscherin einen speziell für Fachpersonen konzipierten Online-Fachimpuls anbieten zum Thema:
„Einfühlsame Beziehungen? Frühe Bindung, Interaktion und was das Smartphone damit zu tun hat“
Im Fokus stehen dabei die ersten Lebensjahre und ihr enormes Potenzial für die kindliche Entwicklung. Der Fachimpuls verbindet bindungstheoretisches Wissen mit aktuellen Forschungsergebnissen zur elterlichen Smartphone-Nutzung.
Dieser wissenschaftlich fundierte Fachimpuls wird kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, das interdisziplinäre Konzept von Early Life Care im Bereich der Gesundheitsförderung und ‑versorgung weiter bekannt zu machen und den fachlichen Austausch zu fördern.
Bei Interesse kann über unser Sekretariat (elfi.elliot@isppm.ngo) der Link erfragt werden.
Feto — mütterlicher Mikrochimärismus
Momentan kursiert in den Medien ein Rundschreiben, das auf ein wunderbares Phänomen aufmerksam macht, Informationen gibt es im Internet auf den verschiedensten Seiten:
Wenn eine Frau schwanger ist, wandern Zellen ihres Babys in ihren Blutkreislauf und kehren dann wieder zum Kind zurück. Dieses ebenso geheimnisvolle wie berührende Phänomen trägt einen Namen: „feto-mütterlicher Mikrochimärismus“…
Über 41 Wochen hinweg reisen diese Zellen, tauschen sich aus, verflechten sich in einem stillen, fast heiligen Tanz zwischen Mutter und Kind. Und wenn das Baby zur Welt kommt, bleiben viele dieser Zellen im Körper der Mutter zurück, eingeprägt in ihr Gewebe, ihre Knochen, ihre Haut, ja sogar in ihr Gehirn. Eine biologische Erinnerung, eine unsichtbare Tätowierung der Mutterschaft.
In eigener Sache
Die Arbeit im Sekretariat und Vorstand nimmt zu, wir werden in der Öffentlichkeit, Hochschulen und Ministerien mehr wahrgenommen und erhalten viele Anfragen. Dies sind sehr interessante Herausforderungen und wenn Sie mitwirken möchten, freuen wir uns, wenn Sie auf uns zukommen.
Und jetzt bleibt uns, Ihnen einen wunderschönen “Wonne” Monat Mai zu wünschen, dass wir weiter viele, schöne, sonnige und angenehm warme Tage erleben.
Herzliche Grüße
Kola B. Brönner und Elfi Elliot
Vorstand und Sekretariat
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